💾 RAID-Treiber (F6) – Intel & AMD
Während der Windows-Installation kann es vorkommen, dass Festplatten nicht erkannt werden. Dafür gibt es zwei typische Ursachen:
- Intel-Notebooks: Bei vielen neueren Intel-Notebooks ist vom Hersteller der sogenannte VMD-Modus (Volume Management Device) voreingestellt. Dadurch wird die Festplatte ohne den passenden Intel-RST-Treiber nicht erkannt.
- RAID-Systeme (PC / Server): Wenn auf einem PC oder Server ein RAID-Verbund eingerichtet wird, benötigt Windows ebenfalls den entsprechenden RAID-Treiber – je nach Plattform von Intel oder AMD.
In beiden Fällen muss der passende Treiber im Voraus auf einem USB-Stick vorbereitet und während der Installation eingebunden werden.
🔵 Intel RAID-Treiber (RST / VMD)
Intel verwendet bei neueren Prozessoren den VMD-Controller (Volume Management Device). Abhängig von der CPU-Generation werden unterschiedliche Treiberversionen benötigt.
1. Richtigen Treiber herunterladen
Abhängig von der Generation der Intel-CPU gibt es zwei unterschiedliche Treiberversionen:
-
Intel Core 10. & 11. Generation
→ Treiberdownload für Intel Core 10th/11th Gen -
Intel Core 12. bis 15. Generation (inkl. Core Ultra)
→ Treiberdownload für Intel Core 12th–15th Gen
2. Treiber extrahieren
Sobald die Setup-Datei heruntergeladen ist, müssen die Treiber extrahiert werden. Öffne dazu PowerShell, navigiere zum Download-Verzeichnis und führe folgenden Befehl aus:
./SetupRST.exe -extractdrivers SetupRST_extracted
Im extrahierten Ordner befindet sich der Unterordner VMD – dieser enthält die benötigten Dateien für den VMD-Controller während der Windows-Installation.
💡 Tipp: Kopiere den VMD-Ordner am besten direkt auf den USB-Stick mit der Windows-Installation.
3. Intel RST-Treiber einbinden
Während der Windows-Installation:
- Im Fenster „Wo möchtest du Windows installieren?" die Option „Treiber laden" auswählen
- Option „Durchsuchen" wählen
- Zum Speicherort der RAID/VMD-Treiber navigieren und den Ordner auswählen
- „Intel RST VMD Managed Controller" aus der Liste wählen und auf „Weiter" klicken
Danach werden die Speichermedien erkannt und die normale Windows-Installation kann fortgesetzt werden.
🔴 AMD RAID-Treiber (RAIDXpert)
Bei AMD-Systemen mit Ryzen-Prozessoren und Mainboards mit RAID-fähigen Chipsätzen (z. B. X570, B550, X670E, TRX40, WRX80) wird der AMD RAIDXpert-Treiber benötigt. Im Gegensatz zu Intel müssen hier drei Treiber in einer bestimmten Reihenfolge geladen werden.
⚠️ Wichtig: Die Reihenfolge beim Laden der AMD-RAID-Treiber ist zwingend einzuhalten! Andernfalls werden die Festplatten nicht erkannt.
1. BIOS/UEFI konfigurieren
Bevor die Windows-Installation gestartet wird, muss im BIOS/UEFI der RAID-Modus aktiviert werden:
- Im BIOS unter „SATA Operation Mode" oder „Storage Configuration" den Modus auf RAID umstellen
- Für NVMe-RAID: Unter „AMD PBS" die NVMe-RAID-Option aktivieren (je nach Mainboard-Hersteller)
- Änderungen speichern und BIOS verlassen
2. AMD RAID-Treiber herunterladen & vorbereiten
AMD stellt die RAID-Treiber über die eigene Supportseite oder die Website des Mainboard-Herstellers bereit:
-
AMD RAID Driver (SATA & NVMe)
→ AMD Support & Treiber-Downloadseite
Auf der Downloadseite den passenden Chipsatz wählen und den RAID-Treiber herunterladen.
Das heruntergeladene Archiv (ZIP) entpacken und den gesamten Ordner auf den USB-Stick kopieren. Im Treiberordner befinden sich drei wichtige .inf-Dateien:
rcbottom.inf– AMD-RAID Bottom Devicercraid.inf– AMD-RAID Controller (StorPort)rccfg.inf– AMD-RAID Config Device
💡 Alternativ findet man die RAID-Treiber auch direkt auf der Website des Mainboard-Herstellers (ASUS, MSI, Gigabyte, ASRock) unter dem jeweiligen Mainboard-Modell.
3. AMD RAID-Treiber einbinden (Reihenfolge beachten!)
Während der Windows-Installation im Fenster „Wo möchtest du Windows installieren?":
Die Option „Treiber laden" → „Durchsuchen" wählen und zum USB-Stick mit den AMD-RAID-Treibern navigieren. Die drei Treiber müssen nacheinander in dieser Reihenfolge geladen werden:
rcbottom.inf– AMD-RAID Bottom Device (zuerst!)rcraid.inf– AMD-RAID Controller [StorPort] (als zweites)rccfg.inf– AMD-RAID Config Device (als letztes)
Nach dem erfolgreichen Laden aller drei Treiber werden die RAID-Volumes sichtbar und die Windows-Installation kann normal fortgesetzt werden.
4. Nach der Installation: RAIDXpert2 (optional)
Nach der Windows-Installation kann die AMD RAIDXpert2-Software installiert werden. Diese bietet eine grafische Oberfläche zur Verwaltung und Überwachung der RAID-Arrays direkt in Windows.
Download über die AMD-Supportseite oder die Website des Mainboard-Herstellers.
⚠️ Wichtige Hinweise
- Der RAID-Modus kann im BIOS/UEFI auch auf AHCI umgestellt werden – dann wird kein zusätzlicher Treiber benötigt. Dies ist jedoch nur möglich, wenn kein RAID-Verbund gewünscht ist.
- Bei Notebooks ist der VMD/RAID-Modus oft vom Hersteller fest eingestellt und lässt sich nicht immer einfach deaktivieren.
- Im Zweifelsfall den Treiber immer auf dem USB-Stick bereithalten – er kann auch zu einem späteren Zeitpunkt nachgeladen werden.
✅ Mit den richtigen RAID-Treibern werden alle Speichermedien während der Windows-Installation erkannt.