🗄️ TrueNAS Scale – Network Attached Storage

In dieser Sektion findest du alles rund um TrueNAS Scale (Community Edition) – das leistungsstarke, auf Debian Linux und ZFS basierende Betriebssystem für Network Attached Storage. Egal ob du einen einfachen Dateiserver aufbauen oder ein komplexes Storage-Backend für dein Homelab realisieren möchtest.

Vorwort: Die Wahl des richtigen NAS-Systems

Bevor wir starten, hier ein kurzer Überblick, warum wir uns für TrueNAS Scale entschieden haben und was die Alternativen sind:

TrueNAS Scale vs. TrueNAS Core

Früher basierte TrueNAS (damals FreeNAS) auf FreeBSD (das heutige TrueNAS Core). Die neue Variante TrueNAS Scale basiert hingegen auf Debian Linux. Scale ist die moderne Plattform, auf die der Entwickler iXsystems seinen Fokus legt. Dank Linux bietet Scale nicht nur exzellente Hardware-Kompatibilität, sondern auch eine fantastische Unterstützung für Docker-Container und Virtualisierung (KVM).

TrueNAS vs. unRAID

Die wohl häufigste Frage im Homelab lautet: "Soll ich TrueNAS oder unRAID nutzen?" Ein wichtiger Unterschied vorweg: TrueNAS ist kostenlos und Open-Source, während unRAID kostenpflichtig (Lizenzmodell) ist.

TrueNAS (ZFS): Funktioniert konzeptionell ähnlich wie typische NAS-Systeme (QNAP, Synology), nur auf Enterprise-Niveau. Dateien werden in Blöcke zerlegt und über alle Festplatten gleichzeitig verteilt (Striping). Das sorgt für extrem hohe Lese- und Schreibgeschwindigkeiten sowie maximale Datenintegrität (Bit-Rot Protection). Ein Geschwindigkeits-Beispiel: Hast du 3 Festplatten, die einzeln 150 MB/s schaffen, liest ein TrueNAS RAID-Z1 durch das parallele Striping mit fast 300 MB/s. Der Nachteil: Es ist starr. ZFS-Verbünde lassen sich nachträglich nicht einfach um einzelne Platten erweitern, und alle Festplatten drehen bei Zugriffen permanent.

unRAID: Ist eigentlich gar kein echtes "RAID" (daher der Name). Es legt Dateien als Ganzes auf einzelnen Festplatten ab und bündelt diese Platten nur optisch zu einem großen Laufwerk (Array). Der riesige Vorteil: Es erlaubt das wilde Mischen von beliebig großen Festplatten und ist extrem stromsparend (Festplatten, die gerade nicht gebraucht werden, können schlafen). Der Nachteil: Die Performance ist (ohne SSD-Caches) immer auf die Geschwindigkeit einer einzelnen Platte limitiert. Im Gegensatz zu TrueNAS liest du in unRAID eine Datei immer nur mit maximal 150 MB/s, da sie am Stück auf nur einer Platte des Arrays liegt.

💡 Exkurs: Wie funktioniert die Parität bei unRAID oder RAID 5?

Wenn unRAID Daten als Ganzes auf Einzelplatten ablegt – wie kann dann eine einzige Paritätsplatte die Daten von z.B. drei verschiedenen Datenplatten schützen?
Das Geheimnis ist die mathematische XOR-Logik (Exklusives ODER). Die Paritätsplatte speichert keine Dateien, sondern auf Bitebene die Quersumme aller anderen Platten.
Vereinfachtes Beispiel: Platte 1 hat den Wert 3, Platte 2 hat 5, Platte 3 hat 2.
Die Paritätsplatte speichert die Summe: 3 + 5 + 2 = 10.
Fällt nun Platte 2 aus, rechnet das System einfach rückwärts: Parität (10) minus Platte 1 (3) minus Platte 3 (2) = Die defekte Platte 2 muss den Wert 5 gehabt haben! Genau so (nur mit Nullen und Einsen) stellen unRAID und RAID 5/Z1 ausgefallene Festplatten wieder her.

📋 Los geht's!

Hier sind die detaillierten Tutorials für den Start mit TrueNAS Scale:

💡 Tipp

Wenn du komplett neu beim Thema NAS und ZFS bist, arbeite diese Guides am besten der Reihe nach durch!